Kienberg bei Inzell – am Abend über den Knappensteig auf den Streicher
Bildergalerie: Abendstimmung am Kienberg über Inzell
Der Kienberg bei Inzell zeigt seine Nordseite schon von der Bundesstraße aus: steil, bewaldet, weiter oben felsig. Genau dort hinauf führt der Knappensteig – ohne Umwege, vom Tal direkt zum Gipfelkreuz. Streng genommen stehe ich am Ende auf dem Streicher, der sich das Gipfeldach des Kienberg-Massivs mit dem Zenokopf teilt. Dem Ausblick ist das herzlich egal.
Ich starte am späten Nachmittag in Schmelz und komme rechtzeitig zum Abendlicht oben an. Über den Berchtesgadener Alpen hängen dichte Wolken; Watzmann, Hochkalter und Reiteralpe stehen dunkel darunter. Ein Abend mit mehr Grau als Gold – und gerade deshalb einer, den man mit der Kamera nicht verpassen möchte.
Tourbeschreibung: Von Schmelz über den Knappensteig auf den Streicher
Ausgangspunkt ist der kleine Wanderparkplatz bei Schmelz an der B 305, wenige Kilometer südlich von Inzell. Ein Karrenweg führt zunächst gemächlich hinauf zur Fahrriesbodenkapelle. Hier beginnt der Knappensteig – und mit ihm der Ernst der Tour. Schon im unteren Teil wartet eine kurze, seilgesicherte Traverse, gleich danach folgen Holzstufen, die frei am Hang zu schweben scheinen.
Weiter geht es steil und holprig über Wurzeln und Felsen durch den Mischwald bis zur „Schuttreise“. Das Geröllfeld auf etwa 1.200 Metern Höhe überquert man in zwei großen Serpentinen. Danach zieht der Steig durch ein Kar, das von steilen Felsflanken eingerahmt ist. An den Felsstufen nimmt man ein paar Mal die Hände zu Hilfe, bevor enge Kehren über die Schneegrube auf einen Wiesensattel führen. Dort rechts halten – in rund zehn Minuten ist das Gipfelkreuz des Streicher erreicht.
Oben öffnet sich die Sicht in alle Richtungen: nach Norden ins Voralpenland mit Chiemsee und Teisenberg, im Osten zum Staufenstock, zu Watzmann, Hochkalter und Reiteralpe, im Westen zu Rauschberg, Hochfelln und Hochgern.
Den Knappensteig bei einbrechender Dunkelheit wieder abzusteigen, ist keine gute Idee. Ich wähle den längeren, aber deutlich entspannteren Rückweg über Kienbergalm und Kaitlalm: auf geschotterten Wegen in Richtung „Schmelz“, an den Abzweigungen immer der Beschilderung nach rechts folgend. Eine Stirnlampe gehört bei einer Abendtour in jedem Fall in den Rucksack.
Tour-Steckbrief
- Gipfel: Streicher (1.594 m), Inzeller Kienberg, Chiemgauer Alpen
- Ausgangspunkt: Wanderparkplatz Schmelz an der B 305 bei Inzell (rund 770 m)
- Route: Schmelz – Fahrriesbodenkapelle – Knappensteig – Schuttreise – Schneegrube – Wiesensattel – Streicher; Abstieg über Kienbergalm und Kaitlalm zurück nach Schmelz
- Charakter: steiler, steiniger und wurzeliger Bergsteig mit kurzer Seilsicherung und leichten Felsstufen; Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind nötig. Bei Nässe heikel.
- Zeit / Strecke / Höhenmeter: vergleichbare Runden werden mit rund 10 km, 830 bis 870 Höhenmetern und etwa 4,5 bis 5 Stunden reiner Gehzeit angegeben, davon gut 2,5 Stunden im Aufstieg
- Einkehr: unterwegs keine verlässliche Einkehr – Getränke und Brotzeit mitnehmen
Prüfe vor der Tour Wetter und Wegzustand. Der Knappensteig liegt auf der Nordseite und trocknet nach Regen nur langsam ab; im Frühjahr hält sich in der Schneegrube lange Altschnee. Auf den Almflächen beim Abstieg bitte Weidevieh und Gatter beachten.
Zum Abgleichen und Planen: Streicher von Schmelz bei Höhenrausch und Streicher – Inzeller Kienberg bei Tourentipp.
Fotolocation Kienberg: Wolkenstimmung über Watzmann, Hochkalter und Reiteralpe
Der Streicher ist ein Aussichtsbalkon mit zwei sehr unterschiedlichen Seiten. Nach Norden fällt der Blick ins weite, weiche Voralpenland bis zum Chiemsee. Nach Südosten staffeln sich die Berchtesgadener Alpen hintereinander – Reiteralpe, Hochkalter und Watzmann. An diesem Abend gehört die Bühne eindeutig dieser Seite: Die Wolken liegen dicht und schwer über den Gipfeln, darunter bleiben nur dunkle Konturen, Grate und Flanken.
Solche Stimmungen leben von Zurückhaltung. Ein leichtes Teleobjektiv verdichtet die Bergketten und holt die Wolkenschichten nah heran; die Belichtung richtet sich nach den hellen Partien am Himmel, damit die Zeichnung in den Wolken erhalten bleibt. Farbe spielt kaum eine Rolle – umso mehr zählen Linien, Staffelung und das wenige Licht, das sich zwischen den Wolken hindurchschiebt.
Standorte gibt es rund um das Gipfelkreuz und am Wiesensattel genug; ein paar Schritte am Kamm entlang verändern den Vordergrund deutlich. Wer bis zum letzten Licht bleibt, plant den Abstieg über die Almwege fest ein – und packt das Stativ so, dass beim Aufstieg beide Hände frei bleiben.
Landschaftsfotografie aus den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen
Fotografie, Video und Webdesign aus einer Hand
Für Gastgeber, Almen, Hotels und Unternehmen rund um Chiemsee und Chiemgauer Alpen:
- Konzeption und Webdesign mit WordPress
- Landschafts- und Architekturfotografie
- Bilder von Zimmern, Räumen und Angeboten
- Videos und Firmenvideos in 4K im Cinematic-Look, mit Originalton
- On-Location-Portraits
- Texte und lokale Suchmaschinenoptimierung
Wolken über dem Watzmann, letztes Licht über dem Chiemsee, ein Grat im Gegenlicht: Aus solchen Abenden entstehen Bilder, die auch an der Wand ihre Ruhe behalten. Eine Auswahl meiner Landschaftsaufnahmen aus den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen gibt es als Fine-Art-Print im Shop.
Wenn Du ein bestimmtes Motiv suchst, Bilder für Räume, Publikationen oder Deine Website brauchst oder ein eigenes Fotoprojekt in den Bergen planst, sprechen wir am besten direkt darüber.
Häufige Fragen zur Bergtour auf den Kienberg bei Inzell
Wo beginnt die Bergtour auf den Kienberg bei Inzell?
Am Wanderparkplatz bei Schmelz an der B 305, wenige Kilometer südlich von Inzell. Von dort führt ein Karrenweg zur Fahrriesbodenkapelle, an der der Knappensteig beginnt. Der Parkplatz ist klein – an schönen Wochenenden lohnt es sich, früh oder eben erst am Nachmittag zu kommen.
Wie lang und wie schwierig ist die Tour auf den Streicher?
Für die Runde über Knappensteig und Kienbergalm solltest Du rund 10 Kilometer, etwa 850 Höhenmeter und viereinhalb bis fünf Stunden reine Gehzeit einplanen. Der Aufstieg ist ein steiler Bergsteig mit kurzer Seilsicherung und Felsstufen, an denen Du die Hände brauchst. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung; bei Nässe ist der Steig nicht zu empfehlen.
Welcher Abstieg empfiehlt sich am Abend?
Der Weg über Kienbergalm und Kaitlalm. Er ist länger als der Knappensteig, verläuft aber auf geschotterten Wegen und lässt sich auch in der Dämmerung gut gehen. An den Abzweigungen folgst Du der Beschilderung „Schmelz“ jeweils nach rechts. Eine Stirnlampe und etwas Zeitreserve gehören dazu.
Wann ist die beste Zeit zum Fotografieren am Kienberg?
Am Abend, wenn das Licht flach über das Voralpenland streicht und die Berchtesgadener Alpen im Südosten Kontur bekommen. Besonders reizvoll sind Tage mit Wolken: Dann wirken Watzmann, Hochkalter und Reiteralpe deutlich dramatischer als unter blauem Himmel. Begehbar ist die Tour in der Regel vom späten Frühjahr bis zum ersten Schnee.


Volker Lesch - Alpenland Fotografie
Volker Lesch - Alpenland Fotografie
Volker Lesch - Alpenland Fotografie
Volker Lesch - Alpenland Fotografie
Volker Lesch - Alpenland Fotografie
Volker Lesch - Alpenland Fotografie