Von Marquartstein auf den Hochgern – Bergtour in den Chiemgauer Alpen
Bildergalerie: Hochgern im Sommer – Gipfel, Kapelle und Bergblumen
Der Hochgern – omnipräsent. Sichtbar aus allen Fenstern meiner Wohnung. Keine Wolke trübt an diesem Morgen den Himmel, ein drittklassiges Horoskop (normalerweise lese ich sowas nie) verspricht die totale Erleuchtung um die Mittagszeit. Also steuere ich einen 500 SEL Retro (oder Vintage), den mir ein Freund freundlicherweise geliehen hat, nach Marquartstein. Baujahr 1988 – V8, ohne Kat, besonders umweltfreundlich. Im Rucksack Salami und Ei. Hoffentlich sitzt die letzte Generation jetzt im Biologieunterricht im Gymnasium unterhalb des Parkplatzes. Oder hat Ethik? Und sieht mich nicht.
Die Bergtour von Marquartstein auf den Hochgern gehört zu den Klassikern der Chiemgauer Alpen: lang, aber technisch einfach, mit drei Einkehrmöglichkeiten am Weg und einem Gipfel, der zu den schönsten Aussichtsbergen über dem Chiemsee zählt.
Tourbeschreibung: Von Marquartstein über Agergschwendalm und Hochgernhaus zum Hochgern
Der Weg zum Hochgern ist relativ lang: hin und zurück 17,5 Kilometer bei 1.150 Höhenmetern. Auf Forstwegen und breiten Pfaden führt er aber über lange Strecken durch schattigen Wald. Vom Wanderparkplatz oberhalb von Marquartstein passiert man die Agergschwendalm, die Moaralm und die Enzianhütte, bis das Hochgernhaus erreicht ist.
Ab dort wird der Fahrweg zum Pfad mit phänomenaler Aussicht Richtung Kaisergebirge und Tauern. Gegenüber stehen der Große und der Kleine Rechenberg mit dem Dampfschiff. Wer sich wundert, wo die ganzen Schmetterlinge im Tal hingekommen sind: Ab etwa 1.400 Metern erobern sie sich gerade neues Terrain. Genau wie die Pferdebremsen. Hab’s gerade noch gecheckt. Eine Millisekunde vor dem Biss.
Im Sattel zwischen Hochlerch und Hochgern schieben sich plötzlich Wolken in die Szenerie, am Gipfel ist es wolkig, der auffrischende Wind sorgt für Abkühlung. Der Chiemsee versinkt im Nebelgrau. Mein nächster Termin am Gipfel: Frühwinter.
Tour-Steckbrief
- Gipfel: Hochgern (1.748 m), Chiemgauer Alpen, über dem Achental und dem Chiemsee
- Ausgangspunkt: Wanderparkplatz oberhalb von Marquartstein, nahe Burg und Gymnasium (rund 630 m)
- Route: Marquartstein – Agergschwendalm (1.040 m) – Moaralm – Enzianhütte – Hochgernhaus (1.461 m) – Sattel – Hochgern; Abstieg wie Aufstieg
- Charakter: bis zum Hochgernhaus Forststraße und breite Wege, danach Bergpfad; technisch einfach, aber lang – gute Kondition nötig
- Zeit / Strecke / Höhenmeter: rund 17,5 km und 1.150 Höhenmeter; reine Gehzeit je nach Tempo etwa 5 bis 6,5 Stunden, davon rund 3 Stunden bis zum Hochgernhaus und eine weitere knappe Stunde zum Gipfel
- Einkehr: Agergschwendalm, Enzianhütte und Hochgernhaus – Öffnungszeiten vorher prüfen
Prüfe vor der Tour Wetter und Wegzustand und nimm genug zu trinken mit: Der Aufstieg ist lang, und oberhalb des Hochgernhauses gibt es kaum noch Schatten. Auf den Almflächen bitte Weidevieh und Gatter beachten.
Zum Abgleichen und Planen: Hochgern bei Bergtour-Online und Hochgernhaus bei Höhenrausch.
Fotolocation Hochgern: Hochlerch, Silleck und die Miniaturkapelle am Gipfel
Der Hochgern ist ein Gipfel mit vielen Blickrichtungen. Nach Norden liegt der Chiemsee wie eine Landkarte im Voralpenland. Nach Westen schiebt sich der Hochlerch ins Bild, dahinter staffeln sich Kampenwand, Hochplatte und Gedererwand. Nach Süden reicht die Sicht über die Rechenberge hinweg zum Kaisergebirge und bis zu den Hohen Tauern. Und gleich nebenan steht das Silleck, das dem Gipfelpanorama eine markante Kante gibt.
Das dankbarste Motiv am Gipfel ist allerdings klein: die Miniaturkapelle auf dem Nebengipfel. Mit einem Weitwinkel und tiefem Standpunkt wird sie zum Vordergrund für die Bergketten dahinter; mit etwas Abstand und längerer Brennweite rückt sie dicht an die Wolken. Dazu das Gipfelkreuz – am besten leicht von der Seite, damit der Blick ins Tal frei bleibt.
An diesem Tag macht mir das Wetter einen Strich durch die Fernsicht: Die Wolken kommen pünktlich zum Gipfel, der Chiemsee verschwindet im Grau. Mit etwas Nachbearbeitung werden trotzdem ein paar akzeptable Fotos daraus – flaches Licht verzeiht viel, wenn die Strukturen stimmen. Für klare Fernsicht und warme Farben lohnen sich der frühe Morgen, der späte Nachmittag und der Herbst.
Unterwegs lohnt der Blick nach unten. Auf den Almwiesen blühen im Frühsommer Wald-Storchschnabel, Schlangen-Knöterich und Kuckuckslichtnelke, dazwischen tanzen die Schmetterlinge. Ein Makro oder die Naheinstellgrenze eines Teleobjektivs genügen – und ein wenig Geduld, bis der Wind kurz Pause macht.
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Ein Gipfel, den man jeden Tag vom Fenster aus sieht, und trotzdem jedes Mal ein anderes Bild: mal glasklar bis zu den Tauern, mal in Wolken, mal mit Blumenwiese im Vordergrund. Eine Auswahl meiner Landschaftsaufnahmen aus dem Chiemgau gibt es als Fine-Art-Print im Shop.
Wenn Du ein bestimmtes Motiv suchst, Bilder für Räume, Publikationen oder Deine Website brauchst oder ein eigenes Fotoprojekt in den Bergen planst, sprechen wir am besten direkt darüber.
Häufige Fragen zur Bergtour auf den Hochgern
Wo beginnt die Bergtour auf den Hochgern?
Am Wanderparkplatz oberhalb von Marquartstein, in der Nähe von Burg und Gymnasium. Von dort führt der Weg über die Agergschwendalm und das Hochgernhaus zum Gipfel.
Wie lang und wie schwierig ist die Tour auf den Hochgern?
Hin und zurück sind es rund 17,5 Kilometer und 1.150 Höhenmeter, wofür Du je nach Tempo fünf bis sechseinhalb Stunden reine Gehzeit einplanen solltest. Technisch ist der Weg einfach, er verlangt aber Ausdauer. Ab dem Hochgernhaus geht es auf einem Bergpfad weiter.
Wo kann man am Hochgern einkehren?
Am Weg liegen die Agergschwendalm, die Enzianhütte und das Hochgernhaus. Das Hochgernhaus ist fast ganzjährig bewirtschaftet und bietet auch Übernachtungsplätze; die Almen haben saison- und wetterabhängig geöffnet.
Wann ist die beste Zeit zum Fotografieren am Hochgern?
Für Fernsicht und klare Farben sind der Herbst und die Randstunden des Tages am besten. Im Frühsommer kommen die Bergblumen auf den Almwiesen dazu. Um die Mittagszeit ziehen im Sommer oft Quellwolken auf – wer den Chiemsee im Bild haben möchte, sollte früh oben sein.












Volker Lesch - Alpenland Fotografie
Volker Lesch - Alpenland Fotografie
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Volker Lesch - Alpenland Fotografie
Volker Lesch - Alpenland Fotografie
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