Almbachklamm und Irlmaier-Madonna – Klammwanderung am Fuß des Untersbergs bei Berchtesgaden
Bildergalerie: Almbachklamm, Theresienklause und Irlmaier-Madonna
Die Almbachklamm bei Marktschellenberg gehört zu den eindrucksvollsten Schluchten der Berchtesgadener Alpen. Auf knapp drei Kilometern hat sich der Almbach tief in den Fels am Fuß des Untersbergs gegraben: Gumpen in Türkis und Grün, Wasserfälle, glatt geschliffene Wände – und ein Steig, der über 29 Brücken und Stege, viele Stufen und durch einen Tunnel mitten hindurchführt.
Wer am oberen Ende der Klamm noch ein Stück weitergeht, erreicht einen Ort ganz anderer Art: die Irlmaier-Madonna an einer Quelle im Wald. Der Untersberg mit seinen Sagen und diese stille Marienfigur stehen bei vielen Besuchern des Berchtesgadener Landes hoch im Kurs – die einen kommen wegen der Landschaft, die anderen wegen der besonderen Stimmung des Platzes. Am besten beides.
Tourbeschreibung: Von der Kugelmühle durch die Almbachklamm zur Theresienklause
Ausgangspunkt ist das Gasthaus „Zur Kugelmühle“ am Eingang der Klamm, zwischen Berchtesgaden und Marktschellenberg. Die Kugelmühle selbst ist eine Sehenswürdigkeit: Seit dem 17. Jahrhundert werden hier Marmorkugeln vom Wasser rund geschliffen – eine der letzten funktionierenden Mühlen dieser Art in Deutschland.
Gleich dahinter beginnt der Klammsteig. Er folgt dem Almbach stetig bergauf, wechselt über Brücken und Stege von einer Seite auf die andere, führt über in den Fels gehauene Stufen und an Geländern entlang. Unterwegs fällt von der Seite der Sulzer Wasserfall in die Schlucht. Angelegt wurde der Weg ursprünglich für die Holztrift: Das im Bergwald geschlagene Holz wurde mit einem Wasserschwall durch die Klamm ins Tal gespült.
Dafür steht am oberen Ende die Theresienklause, eine in den 1830er-Jahren erbaute Staumauer, hinter der sich das Wasser für die Trift sammeln ließ. Hier endet der ausgebaute Klammweg. Zurück geht es entweder auf demselben Weg oder als Rundtour über Ettenberg mit seiner Wallfahrtskirche und hinunter zur Kugelmühle.
Tour-Steckbrief
- Ziel: Almbachklamm mit Theresienklause, Marktschellenberg, Berchtesgadener Alpen; optional weiter zur Irlmaier-Madonna
- Ausgangspunkt: Parkplatz am Gasthaus „Zur Kugelmühle“ am Klammeingang
- Route: Kugelmühle – Klammsteig – Sulzer Wasserfall – Theresienklause; zurück wie Hinweg oder Rundweg über Ettenberg
- Charakter: gut gesicherter, aber schmaler und oft nasser Steig mit vielen Stufen; feste Schuhe mit Profil und Trittsicherheit nötig, nicht für Kinderwagen geeignet
- Zeit / Strecke / Höhenmeter: rund 3 km und gut 200 Höhenmeter bis zur Theresienklause; der Rundweg über Ettenberg wird mit etwa 7 km, rund 440 Höhenmetern und 3 bis 3,5 Stunden angegeben
- Saison / Eintritt: in der Regel von Mai bis Oktober geöffnet, im Winter gesperrt; der Zugang ist kostenpflichtig
- Einkehr: Gasthaus „Zur Kugelmühle“ am Start, beim Rundweg zusätzlich in Ettenberg
Prüfe vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten: Nach Starkregen, Hochwasser oder Steinschlag kann die Klamm kurzfristig gesperrt sein.
Zum Abgleichen und Planen: Wege durch die Almbachklamm bei almbachklamm.com und Almbachklamm bei Berchtesgaden erleben.
Die Irlmaier-Madonna: Quelle und Kraftort unter dem Untersberg
Oberhalb der Theresienklause, dort wo der ausgebaute Weg längst zu Ende ist, entspringt am Fuß des Berchtesgadener Hochthrons eine Quelle. Entdeckt wurde sie erst Mitte der 1970er-Jahre von einem Berchtesgadener Zahnarzt. Wenige Jahre später ließ er dort eine schwere Madonnenfigur aufstellen – die heute so genannte Irlmaier-Madonna.
Ihren Namen hat sie von Alois Irlmaier (1894–1959), Brunnenbauer aus Freilassing und einer der bekanntesten bayerischen Hellseher des 20. Jahrhunderts. Aus seinem Besitz soll die Figur stammen. Wie sie genau an ihren heutigen Platz kam, wird unterschiedlich erzählt – mal als Geschenk Irlmaiers, mal als Gabe seiner Familie. Sicher ist: Seit Ende der 1970er-Jahre steht sie an der Quelle und hat selbst das schwere Hochwasser von 1998 unbeschadet überstanden.
Seitdem gilt der Platz vielen als Kraftort. Das passt zum Untersberg, der wie kaum ein anderer Berg der Region von Sagen umgeben ist – vom schlafenden Kaiser im Berginneren bis zu Geschichten über verlorene Zeit. Ob man daran glaubt oder nicht: Die Verbindung von Wasser, Fels, Wald und der stillen Figur hat eine eigene Wirkung. An der Quelle liegen Blumen, Kerzen und kleine Gaben; mancher füllt sich Wasser ab.
Wichtig für Deine Planung: Der Weg von der Theresienklause zur Madonna ist kein ausgebauter Wanderweg, sondern ein schmaler, teilweise ausgesetzter Steig. Er ist nur für trittsichere Geher mit festem Schuhwerk und nur bei trockenen Verhältnissen zu empfehlen.
Fotolocation Almbachklamm: Wasser, Fels und wenig Licht
Eine Klamm ist fotografisch ein Ort der Gegensätze: unten dunkler, nasser Fels, oben ein heller Streifen Himmel. Am besten gelingen Bilder bei bedecktem Himmel oder früh am Tag, wenn noch keine Sonnenflecken in die Schlucht fallen und die Kontraste beherrschbar bleiben. Dann leuchtet auch das Türkis der Gumpen am schönsten.
Für weich fließendes Wasser braucht es längere Belichtungszeiten – also ein kleines Stativ oder ein Geländer als Auflage und, wenn vorhanden, einen Graufilter. Ein Polfilter nimmt die Spiegelungen von nassem Fels und Wasseroberfläche und holt die Farben heraus. Auf den schmalen Stegen gilt allerdings: Rücksicht geht vor Bildaufbau. Wer früh kommt, hat Platz und Ruhe.
An der Madonna selbst ist Zurückhaltung die beste Technik. Das wenige Licht unter den Bäumen, die Figur, das Wasser – mehr braucht das Bild nicht.
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Türkisfarbenes Wasser, dunkler Fels und eine stille Figur an einer Quelle unter dem Untersberg: Die Almbachklamm gehört zu den Orten, an denen Landschaft und Geschichte ineinandergreifen. Eine Auswahl meiner Landschaftsaufnahmen aus den Berchtesgadener Alpen gibt es als Fine-Art-Print im Shop.
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Häufige Fragen zu Almbachklamm und Irlmaier-Madonna
Wo beginnt die Wanderung durch die Almbachklamm?
Am Gasthaus „Zur Kugelmühle“ zwischen Berchtesgaden und Marktschellenberg. Dort gibt es einen Parkplatz, und direkt hinter der Kugelmühle liegt der Eingang zur Klamm.
Wie lang und wie schwierig ist der Weg durch die Almbachklamm?
Bis zur Theresienklause sind es rund drei Kilometer und gut 200 Höhenmeter. Der Steig ist gesichert, aber schmal, stufenreich und oft nass – feste Schuhe und Trittsicherheit sind nötig. Für die Rundtour über Ettenberg solltest Du drei bis dreieinhalb Stunden einplanen.
Wo steht die Irlmaier-Madonna und wie kommt man hin?
Sie steht an einer Quelle oberhalb der Theresienklause, am Fuß des Untersbergs. Der Zugang führt über einen nicht ausgebauten, teils ausgesetzten Steig und ist nur für erfahrene, trittsichere Wanderer bei trockenem Wetter geeignet.
Wann ist die Almbachklamm geöffnet und wann lohnt sich das Fotografieren?
Die Klamm ist in der Regel von Mai bis Oktober geöffnet und kostet Eintritt; nach Unwettern kann sie gesperrt sein. Zum Fotografieren eignen sich bedeckte Tage und die frühen Stunden am besten – dann ist das Licht weich und der Steig noch leer.



Volker Lesch - Alpenland Fotografie
Volker Lesch - Alpenland Fotografie
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Volker Lesch - Alpenland Fotografie
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