Manarola in der Cinque Terre – blaue Stunde am meistfotografierten Dorf Liguriens
Manarola in der Cinque Terre. Vermutlich zählt der Ort zu den meistfotografierten Motiven dieses Planeten. Nicht auszudenken, wie viele Milliarden Pixel dort täglich auf die Speicherkarten geschrieben werden. Gegen Abend reduziert sich die Zahl der Fotografierenden deutlich. Mit etwas Glück hat man dann auch eine blaue Stunde der Kategorie A.
Eine Wanderung braucht es dafür nicht. Der Weg zu einem der beliebtesten Fotospots Europas ist ein Spaziergang von wenigen Minuten. Was es braucht, ist etwas anderes: Geduld. Das Bild, das alle wollen, entsteht nicht am Nachmittag zwischen hundert Smartphones, sondern in der halben Stunde, in der die meisten schon beim Abendessen sitzen.
Der Spaziergang: Vom Bahnhof Manarola zum Aussichtspunkt Punta Bonfiglio
Manarola erreicht man am besten mit dem Zug – das Dorf selbst ist autofrei, Parkplätze gibt es nur wenige und weit oben. Vom Bahnhof führt ein beleuchteter Fußgängertunnel hinüber in den Ort. Von dort geht es die Hauptgasse hinunter zur kleinen Hafenbucht, vorbei an Booten, die mangels Platz mitten auf der Straße liegen.
Am Hafen beginnt der Weg, der in einem Bogen um die Felsen herum zur Punta Bonfiglio führt. Schon nach den ersten Kehren dreht man sich um und hat ihn vor sich: den Blick auf die bunten Häuser, die sich auf dem dunklen Felsen übereinanderstapeln, darunter die Brandung. Der gesamte Weg ist befestigt und in wenigen Minuten gegangen.
Foto-Steckbrief
- Ort: Manarola, eines der fünf Dörfer der Cinque Terre an der ligurischen Küste, UNESCO-Welterbe
- Standort: Weg vom Hafen zum Aussichtspunkt Punta Bonfiglio auf der Nordseite der Bucht
- Anreise: mit dem Zug, zum Beispiel ab La Spezia; vom Bahnhof durch den Fußgängertunnel ins Dorf und hinunter zum Hafen
- Gehzeit: wenige Minuten vom Hafen, befestigter Weg mit einigen Stufen
- Zeit: vom Sonnenuntergang bis zum Ende der blauen Stunde
- Ausrüstung: Stativ, Fernauslöser oder Selbstauslöser, leichtes Weitwinkel bis Normalbrennweite; Graufilter für längere Zeiten bei Resthelligkeit
Prüfe vor der Rückfahrt den Fahrplan: Wer bis zum Ende der blauen Stunde bleibt, sollte wissen, wann der letzte passende Zug fährt.
Zum Planen: Manarola bei Italien-Nord und Manarola-Reiseführer bei 22places.
Fotolocation Manarola: Blaue Stunde, Langzeitbelichtung und die Kunst des Wartens
Das Motiv ist bekannt, der Standort auch. Den Unterschied macht allein der Zeitpunkt. Tagsüber ist Manarola bunt und hübsch – und sieht auf jedem Foto gleich aus. Erst in der blauen Stunde bekommt das Dorf Tiefe: Der Himmel wird tiefblau, in den Häusern und Gassen gehen die Lichter an, und für kurze Zeit halten sich kühles Blau und warmes Gelb die Waage.
Dieses Fenster ist schmal. Zu früh, und die Lichter wirken verloren vor einem noch hellen Himmel. Zu spät, und der Himmel ist schwarz, die Lampen brennen aus. Dazwischen liegen vielleicht zwanzig Minuten. Deshalb heißt es: früh den Platz sichern, Stativ aufbauen, Bildausschnitt festlegen – und dann abwarten. Alle paar Minuten eine Aufnahme, bis das Verhältnis stimmt. Das beste Bild ist selten das erste und fast nie das letzte.
Die Langzeitbelichtung macht den Rest. Bei Belichtungszeiten von mehreren Sekunden bis zu einer halben Minute wird aus der Brandung an den Felsen ein weicher Schleier, das Meer glättet sich, und das Dorf steht umso klarer darüber. Dafür braucht es ein stabiles Stativ, eine niedrige ISO-Einstellung und einen Fern- oder Selbstauslöser. Solange es noch hell ist, verlängert ein Graufilter die Zeit; später reicht das schwindende Licht von allein.
Belichtet wird auf die Lichter des Dorfes, damit die Fenster nicht zu weißen Flecken werden. Und es lohnt sich, zwischendurch den Ausschnitt zu variieren: einmal das ganze Dorf mit Felsen und Meer, einmal dichter auf die Häuser.
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Ein Motiv, das jeder kennt – und trotzdem ein Bild, das nur in diesen zwanzig Minuten entsteht. Darum geht es mir in der Fotografie: nicht um den Ort allein, sondern um den Moment, in dem er sich von seiner besten Seite zeigt. Eine Auswahl meiner Aufnahmen gibt es als Fine-Art-Print im Shop.
Wenn Du Bilder für Räume, Publikationen oder Deine Website suchst oder einen Ort in genau diesem Licht fotografiert haben möchtest, sprechen wir am besten direkt darüber.
Häufige Fragen zum Fotospot Manarola
Wo ist der beste Fotospot in Manarola?
Am Weg vom Hafen zur Punta Bonfiglio auf der Nordseite der Bucht. Von dort hast Du den klassischen Blick auf die bunten Häuser über dem Felsen und dem Meer.
Wie kommt man zum Aussichtspunkt?
Vom Bahnhof durch den Fußgängertunnel ins Dorf, die Hauptgasse hinunter zum Hafen und dort auf den befestigten Weg um die Felsen. Das ist ein Spaziergang von wenigen Minuten, keine Wanderung.
Wann ist die beste Zeit zum Fotografieren in Manarola?
Am Abend, vom Sonnenuntergang bis zum Ende der blauen Stunde. Dann sind deutlich weniger Besucher am Aussichtspunkt, und die Lichter des Dorfes stehen im Gleichgewicht mit dem dunkelblauen Himmel. Frühjahr und Herbst sind ruhiger als der Hochsommer.
Was brauche ich für eine Langzeitbelichtung in der blauen Stunde?
Ein stabiles Stativ, eine niedrige ISO-Einstellung und einen Fern- oder Selbstauslöser. Belichtungszeiten von einigen Sekunden bis etwa 30 Sekunden glätten das Meer. Solange es noch hell ist, hilft ein Graufilter; mit zunehmender Dunkelheit wird er überflüssig.



Volker Lesch - Alpenland Fotografie
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