Marokko Timidarte – Soziokulturelles Projekt im Draa Tal

Wir fahren 20 Kilometer von Agdz Richtung Süden – am Massiv des Jbel Kissane entlang – nach Timidarte. Und befinden uns urplötzlich in einer archaischen Welt. Die Reifen unserer Fahrzeuge hinterlassen Abdrücke wie das LRV (Lunar Roving Vehicle) 1969 auf dem Mond. Leicht identifizierbar, denn hier gibt es weder Autos noch Motorräder. Auch keine Ersatzteile. Was wir am nächsten Morgen zu spüren bekommen, als ein Fahrzeug partout den Start aus der Box verweigert. Dafür gibt es jede Menge hilfsbereiter und fröhlicher Menschen. Nicht nur schiebend.

Timidarte leidet wie viele Dörfer auf dem Land vor allem unter Einem. Landflucht. Wer auch immer einen höheren Schulabschluß hat, versucht in die Großstadt abzuwandern. Mittlerweile hat sich eine “Tiskala-Association” gegründet, deren Agenda sich an den Zielvorgaben für nachhaltige Entwicklung der UNO orientiert. Nachzulesen hier.

Der noch junge Baum trägt erste Früchte. Eine 30jährige Frau ist dort nicht nur Bürgermeisterin, sondern auch Anwältin für Menschenrecht. Die Association finanziert einen Sozialarbeiter, der soziale und kulturelle Aktivitäten im Ort und in der Oase koordiniert. Es gibt einen Kindergarten und ein gut funktionierendes Schulsystem, 90% der Kinder besuchen weiterführende Schulen.

Die Oase selbst ist ein hochkomplexes Ökosystem, das die 3500 Bewohner des Dorfes ernährt. Ohne Einsatz von Herbi oder anderen synthetisch hergestellten -ziden. Die Arbeit in den Palmenhainen und auf den Feldern ist körperlich sehr anstrengend. Trotz extremer klimatischer Bedingungen (sehr kalte Winter, sehr heiße Sommer) gibt es einen hohen (natürlichen) Gesundheitsstandard, einige Bewohner sind sogar über 100 Jahre alt.

Wir besuchen Schule und Kindergarten, ich erhalte die Genehmigung zu fotografieren und zu filmen. In der Oase bekommen wir von Ismail, den Sozialarbeiter, Informationen über den wichtigsten Treibstoff dort. Wasser. Ein ausgeklügeltes System an mäandrierenden Gräben steuert dort den Anbau von Gemüse und Früchten im Schatten der Palmen. Wir essen rohe Mairüben am Fluss, Ismail lädt uns zu sich ins Berberhaus seiner Eltern ein, wir übernachten im Lehmbau, dessen Böden bei jedem Schritt sanft schwingen und bestaunen am nächsten Morgen den Sonnenaufgang im Draa-Tal. Ganz demütig und still. Nicht zuletzt wegen der natürlichen und aus dem Herzen kommenden Gastfreundschaft der Bewohner hier.

Nächste Station. Die Kasbah Tamnougalt.

Marokko - Timidarte

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