Das Magnetsrieder Hardt im Herbst
Das Magnetsrieder Hardt ist ein Hochmoor und liegt östlich von Weilheim in der Region zwischen dem Ammersee und dem Starnberger See. Die Landschaft ist geprägt von „Drumlins“, langestreckten Hügeln aus Geröll, die von der letzten Eiszeit tropfenförmig geschliffen wurden. Zwei Kilometer lang, hundert Meter breit, fünfzig Meter hoch. Der Name kommt aus der irisch-gälischen Kultur und bedeutet Sumpfrücken.
Die Wiesen dieser Drumlins sind mit Magerrasen bewachsen und beherbergen eine reichhaltige, schützenswerte Artenvielfalt. Dazwischen immer wieder Feuchtgebiete, Moorbecken und Flächen mit Birken und Kiefern als Pionierpflanzen. Dies alles muss gepflegt werden. Moore sind hochsensible Gebiete. Man sollte sich also nicht wundern, ab und zu einer Gruppe des Bund Naturschutz mit Motorsäge, Sense oder Spaten zu begegnen.
Ohne Pflege würde das Gleichgewicht eines jeden Moores dem Ruder geraten. Zuviele Pflanzen und Bäume entziehen dem Boden Feuchtigkeit. Die Austrocknung setzt Kohendioxid und Lachgas frei, die typische Artenvielfalt geht auf Dauer verloren. Moore wachsen darüberhinaus nur einen Millimeter pro Jahr, eine Renaturierung ist unmöglich. DER Grund überhaupt, um auf torfhaltige Blumenerde komplett zu verzichten. Im Magnetsrieder Hardt wachsen Orchideen, Sonnentau – eine fleischfressened Pflanze – Moosbeere, Torfmoos und die vilolette Sumpfgladiole. Außerdem gibt es Kreuzottern.
Aufgrund des Namens könnte man meinen, das Hochmoor sei ein besonderer Magnet für Besucher. Das ist nicht der Fall, trotz großartiger Sicht ins Karwendel und Richtung Zugspitzmassiv. Man startet die Wanderung am besten an der Hardtkapelle Weilheim, um die sich einige undurchsichtige Mythen ranken, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte. Auf vielen, gut ausgebauten Wegen läuft man einfach Richtung Süden.
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