Der Hallstätter See im Herbst – Spaziergang durch Hallstatt im Salzkammergut
Samstagnachmittag. Es ist still im Ort. Fast beschaulich. Ein paar Lampions, vermutlich Überbleibsel des letzten Seefestes, baumeln vergnügt in der Luft. Der angenehme Geruch von frisch geräuchertem Fisch zieht durch die Gassen von Hallstatt. Die Buchenholzspäne der Räuchereien sorgen für ganz besonderen „Nebel“ auf der Wasseroberfläche des Hallstätter Sees. Es ist Herbst im Salzkammergut zwischen Dachstein und Bad Goisern.
Der Hallstätter See ist ein Relikt der letzten Eiszeit, der Dachsteingletscher hat ein tief eingeschnittenes, fjordartiges Tal geformt. Die zwei Becken des Sees sind knapp über 44 und 125 Meter tief, neben der Traun sorgen der Gosaubach, Waldbach und der Zlambach für frisches Wasser. Frisch und klar ist auch hier relativ. Durch die Salzgewinnung in der Umgebung kommt es immer wieder zu „Unfällen“, wie zuletzt 2005, als elftausend Kubikmeter Sole ins Gewässer flossen. Im Übrigen weist der Name „Hall“ in der gesamten Region auf mächtige Salzvorkommen hin. Hallein oder Bad Reichenhall gehören ebenfalls dazu.
Bildergalerie: Hallstätter See und Hallstatt
Spaziergang durch Hallstatt: Dorf, Seepromenade und Beinhaus
Hallstatt selbst ist ein Dorf wie aus dem Bilderbuch. Pastellfarbene Holzhäuser schmiegen sich vom Ufer weg an den steilen Hang in die Felsen. So verwundert es keineswegs, dass seit 2012 nahe Guangdong eine spiegelverkehrte Kopie des UNESCO-Weltkulturerbes steht. Boluo klingt zwar keineswegs alpin, aber die Fertigstellung nach nur einem Jahr Bauzeit ist eine echte „Meisterleistung“ asiatischer Plagiatskunst. Copy and Paste auf Chinesisch.
Ob man das weltberühmte Beinhaus samt bemalten Schädeln gleich mitkopiert hat – 3-D-Drucker gibt es ja mittlerweile – ist aus der Bauchronik nicht herauszulesen. Einzigartig ist es allemal, das Beinhaus, stellt es doch die größte Sammlung auf dem ganzen Globus dar. Diese Art von „Doppelbestattungen“ erlebte ihre Blütezeit im 19. Jahrhundert und war in der Region zwischen Salzburg und Innviertel weit verbreitet. Wie die Bemalungen auf dem Foto zeigen, wurde der Brauch mindestens bis 1959 gepflegt.
Wer das Dorf zu Fuß erkunden möchte, braucht dafür keine Tour, ein gemütlicher Spaziergang genügt. Er beginnt im nördlichen Ortsteil, wo schmale Gassen zwischen Holzhäusern und Seeufer führen und sich bald der Blick auf das berühmte Dorfpanorama öffnet. Vom historischen Marktplatz, an dem ein Wasserfall hinter den Häusern ins Tal rauscht, geht es zur Seepromenade und von dort bis zur Hallstatt Lahn. Auf dem Rückweg führen überdachte Stiegen hinauf zur katholischen Pfarrkirche und zum Beinhaus in der Michaelskapelle. Der letzte Abschnitt zurück zum Ausgangspunkt gehört meist wieder dem See.
Gerade am Wochenende und in der Hauptsaison ist Hallstatt voll. Plane Deinen Spaziergang deshalb möglichst früh am Morgen oder spät am Nachmittag, und nimm im Beinhaus Rücksicht: Es ist eine Gedenkstätte. Öffnungszeiten und Eintritt ändern sich mit der Jahreszeit, prüfe sie vorab.
Besuchs-Steckbrief
- Ziel: Hallstatt und Hallstätter See im Salzkammergut (Oberösterreich)
- Ausgangspunkt: Bushaltestelle Hallstatt Nord im nördlichen Ortsteil
- Route: Gassen am See, Marktplatz, Welterbe-Museum, Seepromenade bis zur Lahn, zurück über die Stiegen zur Pfarrkirche und zum Beinhaus
- Charakter: sehr leichter Ortsrundgang auf Straßen, Pflaster und Stiegen, ganzjährig möglich
- Zeit/Strecke/Höhenmeter: rund 3 km, etwa 1 Stunde reine Gehzeit, etwa 70 Höhenmeter (Angaben vergleichbarer Runden), mit Besichtigungen und Fotopausen mehr
- Einkehr: Gasthäuser und Cafés am Marktplatz und entlang der Seestraße, oft mit geräuchertem Seefisch
Ausführliche Angaben findest Du beim Ortsrundgang Hallstatt der Tourismusregion und zum Beinhaus bei hallstatt.net.
Fotolocation Hallstätter See: Licht, Standorte und Motive
Der Hallstätter See lebt im Herbst von Stimmung. Morgens liegen oft Nebelbänke über dem Wasser, die Berge stehen dahinter wie Kulissen, und die Holzhäuser bekommen im ersten Licht warme Töne. Der klassische Blick auf das Dorf öffnet sich vom Nordufer aus. Wer ihn ohne Menschenmenge möchte, ist früh dran. Die engen Gassen und Stiegen geben Dir dagegen Motive im Kleinen: Holzfassaden, Blumenschmuck, Lampions und Wasser, das zwischen Häusern auftaucht.
Ein Teleobjektiv verdichtet das Dorf vor der Bergkulisse, ein Weitwinkel hilft in den schmalen Gassen. Bei Dämmerung und Nebel lohnt sich das Stativ, am See auch ein Polfilter gegen Spiegelungen, wenn Du die Struktur des Wassers sichtbar halten möchtest. Und wer im Salzkammergut weiterfotografiert: Auch der Ödensee liegt nicht weit entfernt.
Häufige Fragen zum Hallstätter See und zu Hallstatt
Wo beginnt der Spaziergang durch Hallstatt?
Üblich ist der Start an der Bushaltestelle Hallstatt Nord im nördlichen Ortsteil. Von dort führen Gassen am Seeufer entlang zum Marktplatz.
Wie lang ist der Rundgang und wie anstrengend ist er?
Der Ortsrundgang ist rund 3 km lang und dauert etwa eine Stunde, mit Besichtigungen und Fotopausen länger. Er ist sehr leicht, enthält aber einige Stiegen.
Gibt es unterwegs Einkehr und Besonderheiten?
Am Marktplatz und entlang der Seestraße findest Du Gasthäuser und Cafés. Besonders sind das Beinhaus in der Michaelskapelle neben der Pfarrkirche und der Wasserfall am Marktplatz.
Wann ist die beste Zeit zum Fotografieren?
Im Herbst sind Morgen und später Nachmittag am schönsten, mit Nebel auf dem See und warmem Licht auf den Häusern. Dann ist es auch ruhiger als tagsüber.
Weitere Ziele im Salzkammergut
Landschaftsfotografie aus dem Salzkammergut
Nebel auf dem See, Pastellhäuser am Hang und der Rauch der Fischräuchereien in der Herbstluft: Die Bilder vom Hallstätter See gibt es als hochwertige Fine-Art-Prints für Dein Zuhause oder Büro. Auch Bildserien für Hotels, Pensionen und Tourismusbetriebe in der Region entstehen auf Wunsch. Erzähl mir von Deinem Projekt.


Volker Lesch - Alpenland Fotografie
Volker Lesch - Alpenland Fotografie
Volker Lesch - Alpenland Fotografie
Volker Lesch - Alpenland Fotografie
Volker Lesch - Alpenland Fotografie
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